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24.06.2020

Heilsbringer Elektromobilität? Neue Technologien bieten echte Chancen für neue Geschäftsmodelle

Die Autoindustrie, jahrzehntelanger Wirtschaftsfaktor in Deutschland und weltweites Aushängeschild, hat es bei steigendem Umweltbewusstsein und sinkenden Verkaufszahlen aufgrund der Pandemie momentan nicht leicht. In einem Gastbeitrag berichtet Sebastian Karl, Project Teamlead und Senior Consultant Marketing Strategies & Marketing Communication vom Würzburger Beratungsunternehmen ByteConsult GmbH, über mögliche Wege aus der Krise für die Automobilbranche.

Unsere Zeit ist geprägt von Veränderungen. Gefühlt sind Veränderungen erstmals nicht nur eine vage Vorhersage von Experten und Weisen. Jeder von uns spürt sie aktuell in allen Bereichen des Lebens. Die Corona-Krise rückt dabei Werte wie Gesundheit, Sicherheit, Freiheit und Umweltbewusstsein verstärkt in den Fokus. Werte, die vor einigen Monaten noch selbstverständlich waren, sind jetzt so etwas wie ein „bewusster Luxus“ geworden. Dieser Shift ist auch in unserer Kernbranche, der Automobilindustrie, zu beobachten. Beschränkungen führen zu weniger Konsum in unserer Gesellschaft und schwächen so die Gesamtwirtschaft. Aber jede Medaille hat zwei Seiten. Weniger Verkehr auf den Straßen, auf den Meeren und in der Luft bedeutet spürbare Erholung für die Natur. Menschen sehen Ergebnisse und empfinden Umweltbewusstsein nicht mehr nur als Trend, sondern ziehen es in ihre Wertebasis und damit auch in ihre Kaufentscheidung mit ein. Moderne Antriebskonzepte, wie der Elektro- bzw. Hybridantrieb stellen für Menschen aktuell eine konkrete Möglichkeit dar, sich an der „Umweltbewegung“ zu beteiligen. Gut für die Automobilindustrie. Diese investiert seit Jahren in die Entwicklung dieser modernen Technologien, nicht zuletzt da ab 2021 eine von der Europäischen Union neue vorgeschriebene CO2-Obergrenze für die Flotten der Autobauer gelten wird. Hersteller und Handel haben neben diesen Vorgaben aber besonders jetzt die Chance, das „neue“ Umweltbewusstsein der Käufer zu nutzen. Neue Geschäftsmodelle müssen auf das Nachhaltigkeitsbedürfnis der Kunden ausgerichtet werden, um wieder erfolgreiche Wege aus der Krise zu beschreiten.

Technologie verändert Denkmuster

Fakt ist: Traditionelle Geschäftsmodelle, die teilweise seit Jahrzehnten Bestand hatten, wurden schon vor der Corona-Krise in Frage gestellt. Dies liegt u.a. auch daran, dass Kunden gerade im Bereich Automobilkauf bzw. -besitz eine klare Veränderung ihrer Ansprüche und Bedürfnisse durchmachen. Bequeme und nachhaltige Mobilität steigt in der Bedeutung immer mehr und hat das Automobil als „Statussymbol“ und Performancemaschine abgelöst. Das ist natürlich auch der Automobilindustrie und dem Automobilhandel nicht verborgen geblieben. Viele Unternehmer, mit denen wir in den letzten Monaten und Jahren gesprochen haben, bestätigen diese Entwicklung. Umso wichtiger ist es jetzt, die auferlegte Zäsur durch die Beschränkungen in der Corona-Krise als Chance zu sehen und diese auch zu nutzen. Da kommt ein echter „Game Changer“ wie die Elektromobilität gerade recht. Alte Muster aus Verkauf, Service am Fahrzeug und Aftersales sind in dieser Technologie nicht mehr 1:1 anwendbar. Serviceintervalle werden durch wartungsärmere Aggregate länger. Kunden benötigen verstärkt Informationen zu der neuen Technologie. Der Verkäufer wird immer mehr zum Berater.

Kommunikation ist das A und O

Der Handel muss sich seiner Aufgabe als aktiver Kommunikator für eine neue Technologie bewusst werden. Kommunikation ist hier eines der Zauberworte für den Erfolg der Technologie in der breiten Masse. Menschen brennen aktuell für Lösungen, die unsere Gesellschaft und unsere Zukunft positiv beeinflussen. Sie sind offen für den Elektroantrieb, der mittlerweile alltagstauglich und (auch durch Subventionen) bezahlbar ist. Einen besseren Anlass, um in einer Krise mit einem starken, mittlerweile bei allen Herstellern ausgeprägten Elektroportfolio zu punkten gibt es wohl nicht. Jetzt ist gutes und authentisches Marketing und clevere Kommunikation gefragt. In der Kommunikation kann also besonders der Automobilhandel den Hebel als Erstes ansetzen, um diesen Shift, der sich aus Technologieentwicklungen und Marktveränderungen (Corona) ergibt, für sich bestmöglich zu nutzen. Darüber hinaus stellt sich aber natürlich aus wirtschaftlicher Sicht auch noch die Frage, welche anderen Bereiche im Autohaus im Zuge der Umstellung auf die Elektromobilität analysiert und angepasst werden müssen. Welcher Bereich bringt die für den Umschwung notwendige Rendite? Fragen, die sich ein Unternehmer stellen muss, um den Übergang in diese neue Technologie und eine neue Zeit sicher zu gestalten.

Entwicklungen langfristig im Blick haben

Der Übergang und die damit verbundene Planung für diese Zukunft lassen sich ganz einfach unterteilen: in lang-, mittel- und kurzfristige Planung. Über allem muss unserer Meinung nach aus unternehmerischer Sicht eine Orientierung in einer sehr volatilen Branche vorhanden sein. Welche Rolle spielt das eigene Autohaus in fünf Jahren für den Kunden in meiner Region? Welche Auswirkungen werden weitere Technologieentwicklung und gesellschaftlicher wie wirtschaftlicher Wandel durch die Corona-Krise auf das eigene Unternehmen haben? Ein so definiertes Zukunftsbild ermöglicht die optimale Ausrichtung der kurz- und mittelfristigen Maßnahmen. Zu diesen zählt es, sich jetzt mit einem optimal ausbalancierten Marketing so aufzustellen, welches eine perfekte Balance zwischen dem Abverkauf herkömmlicher Antriebsaggregate und dem Fokus auf Elektroantriebe ermöglicht. Auf Basis einer dadurch geschaffenen wirtschaftlichen Sicherheit können alle Geschäftsbereiche des Autohauses durch moderne „Predictive Analytics“-Methoden analysiert werden und konkrete Zukunftsszenarien erstellt werden. Diese Prognosen ermöglichen dem Autohaus eine optimale Ausrichtung auf mittelfristige Ziele und Messbarkeit durch KPIs für verschiedene Geschäftsfelder im Unternehmen.

Veränderungen sind nachweisbar Chancen

Es ist verständlich, dass gerade in dieser Zeit der Blick nach vorne schwerfällt. Aber er ist gerade jetzt extrem notwendig. Für das weiter erfolgreiche Bestehen und Entwickeln einer der wichtigsten Industrien und ihrer Handelsunternehmen in Deutschland, die jahrzehntelang den wirtschaftlichen Erfolg in unserem Land bestimmt haben. Sie haben die Chance verdient, gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Auch wenn der erste Schritt aktuell wohl mit der schwerste ist, so ist er doch einfacher als viele Unternehmer glauben. Mit richtigen Methoden und starken strategischen Partnern kann sich der Automobilhandel sicher für die Zukunft aufstellen.

Diese Chance muss und wird er nutzen.

Autor

Sebastian Karl
Project Teamlead und Senior Consultant Marketing Strategies & Marketing Communication
ByteConsult GmbH

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